
Guter Sex
Eigentlich war ich ja auf intimatemedicine.de gestoßen, weil es dort einen Artikel zum Thema „6 Vorstellungen über Sex, die Sie unbedingt ablegen sollten!“ gibt. Daher wollen wir diese 6 Denkanstöße doch auch einmal direkt vorweg nehmen:
* Guter Sex braucht nicht mehrere Stunden dauern
Nun denn, das ist natürlich keine tolle Neuigkeit, dass ein ordentlicher Quickie im Klo, Fahrstuhl oder ein mehr oder weniger einsamen Ecke völlig geil sein kann. Vielleicht treibt man es auch einfach mal während einer Autofahrt auf der Rücksitzbank eines fahrenden Bekannten.
* Der Mann muss nicht der Initiator sein
Ach wirklich? Selbst außerhalb von Beziehungen, wenn es um One-Night-Stands oder neue Bekanntschaften geht, sind wohl schon länger die Zeiten vorbei, in denen Frauen als Schlampen galten, die die Initiative übernommen haben.
* Die Partner müssen die Action beim Sex nicht Fifty-Fifty aufteilen
Ja nun, wenn zum Beispiel die Frau sich denn — so wie es ja auch die Vorliebe der meisten Frauen ist — von hinten nehmen lässt, bleibt ja je nachdem eh nicht viel für die zu tun. Beim Reiten ist dann wiederum die Frau am Zuge. Die Action dürfte also eh nicht homogen verteilt sein.
* Sex muss nicht gleich Koitus sein
Auch dieser Punkt dürfte so ziehmlich jedem klar sein. Manchmal wird man beim Quickie gestört, oder die Frau kommt mal wieder nicht, weil der Mann zu früh fertig war. Beim nächsten Mal ist der Mann so betrunken, dass es ihm nicht kommt, während die Gute schon ganz wund ist. Also auch nix Neues …
* Fantasien dürfen gemeinsam genossen werden
Es wird vorgeschlagen, erotische Filme oder Literatur zur Hand zu nehmen. Hier tun sich ja angeblich auch die Frauen eher schwer, vor allem wenn es um deutliche visuelle Darstellung geht. Aber der Porno mit Handlung wird ja von vielen Frauen auch schon länger akzeptiert und gefordert.
* Bedürfnisse wechseln und der Orgasmus wird nicht per Knopfdruck ausgelöst
So manche Dame versucht ja regelrechte Geschwindigkeitsrekorde bezüglich der Reizdauer bis zum Orgasmus zu erreichen — 30 bis 40 Sekunden sind da schon recht gute Werte, wenn ein Vibrator mit Wucht auf die Pflaume gedrückt wird. Stillstand ist tot — ebenso beim Sex. Natürlich wird also immer weiter geforscht, weil alles andere langweilig ist. Nach der Heirat 40 Jahre Standardnummer, wie einmal geprobt? Vielleicht bei verdorrten Beamten …
Aber bei ein wenig Rumgeklicke auf der Seite stellte sich recht schnell heraus, dass dort noch ein paar Schmankerln warten. Ein Beispiel dafür ist der Bericht zu der Frage „Wohin mit dem Sperma nach dem Sex?„. Sperma, Sperma, Sperma! Wäre der Artikel nicht so schlecht, hätte er glatt Format zum Klassiker. In schönster Oswald-Kolle-Manier wird hier in umständlichen Worten darüber nachgedacht, was man mit dem Sperma wohl anstellen könnte („Also irgendwo, wo es kein Badezimmer gibt und das Sperma zum Problem werden kann. Insbesondere dann, wenn Sie es nicht schlucken wollen.“).
Abstrus wird es dann, wenn man sich nach erfolgtem Blowjob im Kino um das Sperma kümmern muss. Die Idee das stundenlang im Mund zu halten, während man ausschließt das einfach auf den Boden zu spucken ist schon recht niedlich. Wen würde es wohl interessieren, wenn zwischen den ganzen Kaugummie-, Bier- und Popcorn-Resten auf dem Boden noch eine kleine Portion Wichse eintrocknet? Und erst recht besser, als die ganze Portion großflächig auf Beinen und Bauch zu verreiben, bis es eingetrocknet weg klumpt. Aber mal ehrlich: selbst in der Hose des Mannes wird es oftmals nicht auffallen. Unterhose und Jeans haben wohl genug Potential das aufzusaugen, ohne dass der Herr herumläuft als hätte er eine nasse Hose. Bei einer hellen Stoffhose wäre das natürlich wieder ein Problem. Aber in einem Punkt gebe ich den Machern dann natürlich doch Recht: die einfachste und natürlich auch beste Lösung ist halt, wenn die Frau schluckt …
Als weitere Top-6-Liste werden dann noch die häufigsten Lust-Killer beim Sex aufgezählt:
* Brutale Finger
* Schmutziger Penis (harharhar!)
* zu lange Dauer
* ausgiebiger Fellatio gewünscht — Männer sollen Frauen nicht zum stundenlangen Saugen verdammen
* Schweigsamkeit — demnach soll man so laut schreien, wie es geht
* Dampfhammermethode
Schon wieder ein Griff ins Klo. Während manche Dame sicherlich auf die brutalen Finger steht, so manche vielleicht sogar auf den schmutzigen Penis, ist es hier und dort dann doch mal wieder angebracht eben nicht lauthals rumzustöhnen. Was des Einen Lust-Killer ist, macht den Nächsten halt gerade erst an. Solches über-den-Kamm-scheren hilft nicht und bringt keine Wahrheiten zu Tage. Die Welt ist halt grau.
Anneliese steht auf Blümchensex aber Gertrud wird es scharf, wenn Anton ihr auf den Bauch kackt. So sieht’s aus liebe Leute.


